Auf der Suche nach dem Forscher, diesem unbekannten Wesen!
Könnten Sie in ein paar Worten erklären was ein Forscher so genau macht?
Ja klar, er forscht, aber was genau, warum genau an jenem Projekt und nicht an einem anderen, wie genau sieht Forschung aus und für wen arbeitet er überhaupt? Es ist gar nicht so einfach, den Beruf „Forscher“ zu beschreiben!
Chemie, Medizin, Physik, Geisteswissenschaften, Linguistik, Geschichte... der Forscher ist allgegenwärtig. So zum Beispiel als Chemiker der die Zahnpasta entwickelt, die wir jeden Morgen benutzen; oder als Ingenieur, der die Räder des Wagens entwirft, mit dem wir jeden Tag zur Arbeit fahren. Auch die Grippe-Impfung wurde von einem Forscher erarbeitet.
Was genau macht der Forscher?
Um an ein Maximum an Informationen zu gelangen pendelt er ständig zwischen Literatur-Recherche und Feldarbeit, sowie Experimenten im Labor und Analyse der erzeugten Resultate.
Aber seine Aktivitäten gehen noch weit darüber hinaus und stehen im Gegensatz zum Klischee des Forschers als zurückgezogener Labormensch.
Die Forschung benötigt ein Minimum an Zusammenarbeit und Austausch mit anderen, nationalen oder internationalen Forscherteams. Ohne diese Zusammenarbeit wäre die Forschung an sich wenig produktiv. Demnach tauschen sich die Wissenschaftler untereinander aus, veröffentlichen ihre Resultate und nehmen an Vorlesungen und Konferenzen teil. Als Experte wird der Wissenschaftler oft gebeten, verschiedene Phänomene zu erläutern, wie zum Beispiel die Erderwärmung oder die Schutzmaßnahmen bei Umweltkatastrophen.
Wie wird man denn nun zum Forscher?
Der zukünftige Forscher muss während seiner Ausbildung eine ganze Reihe an Entscheidungen treffen.
Instinktiv wird die Forschung oft mit öffentlichen Institutionen verbunden, wie zum Beispiel Universitäten, öffentlichen Forschungszentren, Museen... Es existieren aber auch Forschungszentren im Privatsektor, besonders bei den großen Firmen aus dem Industriebereich, die ständig dabei sind, neue Produkte zu entwickeln.
Forscher oder doch eher Lehrbeauftragter an einer Universität? Anstatt nur im Forschungsbereich tätig zu sein, versucht der Forscher hier, sein Wissen den Studenten zu übermitteln und wird somit zu einer notwendigen Brücke zwischen lernen und forschen.
Oft ist ein Doktorat unumgänglich um in der Forschung arbeiten zu können. Das heißt also 8 oder 9 Jahre Studium nach dem Schulabschluss. Verschiedene Wissenschaftler vervollständigen ihr Studium mit einer postdoktoralen Ausbildung im Ausland, was ihren Horizont erweitert und ihnen einen großen Vorteil bei der Arbeitssuche einbringt.
Welche Qualitäten braucht man, um Forscher zu werden?
Forschung verlangt große Geduld und Ausdauer, sowie eine gewisse Kreativität. Man muss sich jedoch bewusst sein, dass man als Forscher auch viel Zeit alleine im Labor verbringt. Die meisten Wissenschaftler sind Forscher aus Leidenschaft.
Forschung in Luxemburg in Zahlen
Einige bekannte luxemburgische Forscher:
Einige wichtige Daten:
- Seit 1900 : Forschung im Laboratoire National de la Santé
- 1969 : Gründung des Centre Universitaire
- 1975 : Forschung im Centre Hospitalier du Luxembourg
- 1982 : Gründung des Forschungszentrum des Musée national d’histoire naturelle
- 1984 : Gründung von Luxinnovation, der Agence nationale pour la promotion de l’innovation et de la recherche
- 1987 : Gründung des Centre de Recherche Public Gabriel Lippmann,
des Centre de Recherche Public Henri Tudor,
des Centre de Recherche Public Santé,
des Centre d’Etude de Populations, de Pauvreté et de Politiques Socio-économiques (CEPS/INSTEAD) - 1999 : Gründung des Fonds National de la Recherche
- 2003 : Gründung der Universität Luxemburg
- 2003 : Forschung im Centre Hospitalier du Kirchberg
- 2010 : Gründung der Integrated BioBank of Luxembourg (IBBL)
- Zur Zeit : Bau der Cité des Sciences, de la recherche et de l’innovation in Belval/Ouest
Einige wichtige Zahlen:
Anzahl der Forscher in Luxemburg in 2007:
- 1.522 Forscher im Privatsektor (1.399 in 2000)
- 522 Forscher im öffentlichen Sektor (204 in 2000), zu denen man die 171 Forscher des Hochschulwesens hinzufügen muss (22 in 2000). Insgesamt zählt das Land nicht weniger als 2.214 Forscher.
Wenn man die Rechnung auf alle an der Forschung beteiligten Personen ausweitet, kommt man - umgerechnet auf Vollzeitarbeitsplätze - auf 3.671 Personen (Stand 2007) in den Unternehmen, auf 744 beim Staat und 218 im Hochschulwesen.
Erste Schätzungen ergeben, dass 2010 die Anzahl der Forscher in der öffentlichen Forschung bei ca. 1.000 Personen liegt.
